[Nähen] Sommerjacke 3 – Where Clockhands Freeze

Die Jacke wird langsam, der Teil aus Leinen ist schon fast fertig (da muss ich nur mal den Kragen machen). Und sie hat inzwischen einen Aufnäher für die Ärmel bekommen! Das hätte ich wieder beinahe vergessen, hat mich dann aber letzte Woche doch einige Abende gekostet.

Statt einem Drachen wollte ich erst ein Uhrwerk haben, und aus dem Uhrwerk ist irgendwann etwas anderes geworden. Ich formuliere das so seltsam, weil das Ding zwar Ähnlichkeiten mit einer Uhr hat, aber definitiv keine ist. Der Entwurf so auf Papier so aus:

Sommerjacke: Entwurf für den Ärmelaufnäher

Von außen nach innen gibt es drei Reihen an Symbolen: fünf Kreise, die ersten sieben Elemente der Fibonacci-Folge und dreizehn Dreiecke. Die vier Zeiger sind alle unterschiedlich lang und haben ebenfalls verschiedene Symbole: Kreuz, Pfeil, Karo und Kreis. Vielleicht fällt mir ja noch irgendwann eine sinnlose Erklärung ein, was man darauf ablesen kann.

Den Entwurf hab ich spiegelverkehrt auf Vlieseline abgepaust, mit Haarspray fixiert, aufgebügelt und dann mit einem Rückstich von Hand nachgestickt. Dabei haben mich vor allem die römischen Zahlen so einiges an Nerven gekostet… Aber als ich bei der XIII angekommen war, gings dann. Auf die Rückseite hab ich zusätzlich ein sehr dünnes Volumenvlies geheftet, ich finde damit sieht so ein Aufnäher besser aus. Und das ist die fertige Stickerei:

Sommerjacke: Ärmelaufnäher noch im Stickrahmen

Der Stoff ist eigentlich ein Futterstoff. Ich wollte unbedingt einen leicht metallisch wirkenden HIntergrund haben, zuerst dachte ich an Satin, aber da haben mir die Farben nicht so gut gefallen, die es gerade gab. Der Stoff ist in Wirklichkeit ein bisschen weniger golden und hab dafür einen leichten Bronzestich. Kommt auf dem Foto nicht so gut rüber. Dann hab ich auf jeden Fall auf die Vorderseite den gleichen Stoff nochmal genäht, in der Mitte aufgeschnitten, gewendet… und tadaa, der fertige Aufnäher:

Sommerjacke: der fertige Aufnäher

Hier und da noch ein bisschen eckig, aber der muss auch noch gebügelt werden.

Diese Woche passiert aber nichts mehr damit: Die Hexe treibt sich lieber im Regen auf nem Festival rum. Beastival, ich komme!!!

Siehe auch: Sommerjacke 1 – Schnittrecycling
Sommerjacke 2 – Probeteil und Cord-Chaos
Sommerjacke 4 – Diesmal mit mehr Plan

[Bücher] Carlos Ruiz Zafon – The Rose of Fire

Vorweg: “The Rose of Fire” ist kein Buch, sondern eine Kurzgeschichte. Ich bin in einem Buchladen auf “The Prisoner of Heaven” gestoßen und fand den Titel und die Beschreibung sehr gut. Allerdings hatte ich noch nie etwas von dem Autor gehört und das Buch erstmal stehen lassen. Zum Glück habe ich denn “The Rose of Fire” als kostenlose Online Kurzgeschichte gefunden und mir das geholt um zu sehen ob mir der Schreibstil gefällt.

Inhaltlich geht es um die Vorgeschichte zu der “Cemetary of Forgotten Books” Serie, die bis jetzt drei Bände umfasst (“The Shadow of the Wind”, “The Angel’s Game” und “The Prisoner of Heaven”) und zu der noch ein vierter dazu kommen soll. Oder besser gesagt geht es eigentlich darum, wie es dazu kam, dass dieses geheimnisvolle Labyrinth zu Zeiten der spanischen Inquisition im 15. Jahrhundert nach Barcelona gekommen ist.

“I’ll tell you a story. A story about books, dragons and roses, as befits the date*, but above all, a story about shadows and ashes, as befits the times…”

Als ich die Geschichte gelesen habe, hatte ich automatisch das Gefühl, als wäre ich ein Kind und mein Opa würde mir abends die Geschichte vor einem Kaminfeuer erzählen. Nicht wegen ihrem Inhalt an sich, sondern einfach wegen dem Schreibstil. Für eine Kurzgeschichte finde ich das prima. In dem e-book war außerdem noch ein Kapitel aus “The Prisoner of Heaven” enthalten, und das hat mich dann endgültig davon überzeugt, dass ich die Bücher der “Cemetary of Forgotten Books” Serie unbedingt lesen muss.

*Der Einleitungssatz des Buches wird am 23. April gesagt, dem Georgstag und Welttag des Buches, an dem in Katalonien Bücher und Rosen verschenkt werden.

[Bücher] Neil Gaiman – The Graveyard Book

“The Graveyard Book” beginnt damit, dass eine Familie umgebracht wird. Einzig der jüngste Sohn entkommt durch Zufall und verirrt sich auf einen Friedhof. Der Geist der gerade verstorbenen Mutter bittet die anderen dort ansässigen Geister auf ihr Kind aufzupassen und die Geistergemeinschaft beschließt der Bitte nachzukommen. Das Ehepaar Owens, das im Leben nie Kinder hatte, adoptiert ihn und er bekommt den Namen Nobody Owens.

“He looks like nobody but himself,” said Mr. Owens, firmly. “He looks like nobody.”
“Then Nobody it is,” said Silas. “Nobody Owens.”
[…]
“And what kind of name is Nobody?” asked Mother Slaughter, scandalized.
“His name. And a good name,” Silas told her. “It will help to keep him safe.”

Außerdem gewähren sie ihm “the freedom of the graveyard”, und machen den Friedhof so zu seinem Zuhause. Das hat zur Folge, dass er im Dunkeln sehen kann, durch Wände gehen kann und auch sonst alle Fähigkeiten bekommt, die man Geistern typischerweise zuschreibt. Nur, dass Bod (kurz für “Nobody”) eben lebt. Und so wächst er auf einem Friedhof auf und wird von Geistern aus den unterschiedlichsten Epochen aufgezogen. Eine der wichtigsten Gestalten ist dabei Silas, sein Wächter, der zwar kein Geist ist, aber auch nicht lebt.

Während gegen Ende des Buches natürlich der Mord an seiner Familie aufgeklärt werden muss, erlebt Bod zwischendurch noch einige andere Sachen. Eine Hexe wünscht sich einen Grabstein, er wird von Ghulen entführt, ein Werwolf taucht auf und sein Wunsch, in die Schule zu gehen, ist auch nicht so einfach zu erfüllen.

“The Graveyard Book” könnte ich mir gut in einer Verfilmung von Tim Burton vorstellen. Es ist ein bisschen skurril, ungewöhnlich und generell etwas “anders”. Oder findet ihr die Vorstellung normal, dass die besten Freunde eines Kindes Geister sind? 😉

[Nähen] Sommerjacke 2 – Probeteil und Cord-Chaos

Aus den Stoffeinzelteilen sind jetzt Papier Einzelteile geworden. Den schwarzen Cord hab ich mir tatsächlich nicht eingebildet, der lag im Schrank und hat da brav auf ein Projekt gewartet. Die Schnitteile hab ich probeweise mal draufgelegt und siehe da: die 2 Meter sollten dicke reichen! Vor allem, da die Jacke ja noch kürzer wird. Inzwischen ist der Cord auch schon gewaschen und muss dann nur noch gebügelt werden. Als Verschluss plane ich momentan eine einfache Knopfreihe ohne Reißverschluss. Die alte Jacke hab ich meistens sowieso offen getragen und Knöpfe finde ich sind gleichzeitig eine schöne Zierde. Ich werd mal nach schönen silbernen Ausschau halten in nächster Zeit. Dafür, dass der Verschluss jetzt relativ unkompliziert wird, bekommt die Jacke ein Futter.

Und damit gings dann auch schon an das Probeteil. Das hat sich als einfacher herausgestellt als ich es erwartet hatte. Man merkt allerdings, dass der Stoff schon sehr ausgeleiert war, denn teilweise haben sich die Schnitteile etwas verzogen, seitdem die Nähte daran fehlen. Kein Problem, die zu langen Stücke hab ich abgeschnitten und dann die komplette Jacke nochmal um 7 cm gekürzt. Die Taschenform hab ich auf Papier gezeichnet und angepinnt, außerdem ausgemessen wie breite die Knopfleiste für die vordere Mitte werden soll. An den Rückenteilen hab ich auch ein bisschen die Form verändert, mit Stecknadeln abgesteckt, anprobiert und alle Änderungen auf die Schnittteile übertragen.

Damit lässt sich schon ganz gut weiterarbeiten 😉 Dachte ich zumindest. Und hab mit Begeisterung angefangen den Cord zuzuschneiden. Und dabei total vergessen, dass ich da auf die Webrichtung achten muss. Grmpf. Somit hatte ich dann von den zugeschnittenen Stücken zwei, die falsch rum lagen. Und damit hat der Stoff dann nicht mehr gereicht. Also gings heute ab nach München, neuen Stoff kaufen. Den Cord, den ich gebraucht hätte, gab es natürlich in allen Farben außer schwarz, da ging dann nichts mit nachkaufen. Ich hab jetzt dafür Leinen daheim liegen, muss natürlich auch wieder erst gewaschen werden und trocknen. Pfingsten nutzen um an der Jacke weiterzunähen hat sich dann damit erledigt. Egal, kann ja mal passieren. Trotzdem sehr ärgerlich.

Zwischenzeitlich hab ich dann noch einen Jeans-Cowboy-Hut und eine Gürteltasche für Festivals fertig gekriegt. Die Gürteltasche ist aus einem Velours-Leder-Imitat und wird mit einem Reißverschluss zugemacht, der von einer Lasche mit Knopf verdeckt wird. Der Knopf ist ein Einzelstück aus der Knopf-Kiste meiner Mutter mit der Aufschrift “Zwey Thaler 1854”, den würde ich normalerweise nirgendwo drannähen. Aber in Kombination mit dem Tartan Stoff nebendran gefällt er mir. Ich hatte erst überlegt, ob ich eine Hüfttasche mache, die ich zusätlich zum Gürtel trage, aber die rutscht dann wieder ewig rum. Durch die Gürtelschlaufen an der Hose bleibt die Tasche jetzt immer brav da, wo sie hingehört, und so viel Arbeit ist es ja auch nicht die abzunehmen.

Gürteltasche mit verstecktem Reißverschluss. Den Knopf hab ich in der Knopf-Kiste meiner Mutter gefunden, die Aufschrift lautet "Zwey Thaler" ;)

Siehe auch: Sommerjacke 1 – Schnittrecycling
Sommerjacke 3 – Where Clockhands Freeze
Sommerjacke 4 – Diesmal mit mehr Plan

[Bücher] Markus Zusak – The Book Thief

Ein Buch, das mir von einem Freund empfohlen wurde, der es selber noch nicht gelesen hatte, aber erwähnt hat, dass es ein wiederum anderer Freund es sehr gut findet. Da ich den Büchergeschmack der beiden kenne habe ich “The Book Thief” einfach angefangen zu lesen ohne auch nur eine Beschreibung von dem Buch gelesen zu haben. Ich hatte also wortwörtlich absolut keine Ahnung, worum es ging. Da werden Bücher gleich doppelt so interessant.

Und recht hatten die beiden auf jeden Fall: “The Book Thief” ist ein Buch, in dem man sich stundenlang verlieren kann. Der Tod selbst erzählt hier die Geschichte von Liesel Meminger, einem jungen Mädchen im Nazi-Deutschland, die Anfang 1939 von ihrer Mutter in eine Ziehfamilie gegeben wird.

Ich bin eigentlich kein großer Fan von den persönlichen Geschichten aus dem 2. Weltkrieg, wie zum Beispiel dem “Tagebuch” von Anne Frank oder “Als Hitler das rosa Kaninchen stahl”. “The Book Thief” hingegen hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Das liegt wohl auch an der Erzählweise, die manchmal sehr unlinear ist, kurz auf Szenen in der Zukunft hinweist oder mittendrin eine Geschichte aus der Vergangenheit aufgreift. Man wird zu entscheidenden Momenten in Liesels Leben eher hingeführt, als dass sie plötzlich geschehen, kennt also den Ausgang ohne jedoch zu wissen wie genau dieser zustande kommt. So sagt der Tod zum Beispiel, nachdem er das Ende des Buches vorweg genommen hat:

“Of course, I’m being rude. I’m spoiling the ending, not only of the entire book, but of this particular piece of it. I have given you two events in advance, because I don’t have much interest in building mystery. Mystery bores me. It chores me. I know what happens and so do you. It’s the machinations that wheel us there that aggravate, perplex, interest and astound me.”

Und damit hat er absolut recht. Man erfährt im Laufe des Buches immer mal wieder Einzelheiten über das Ende der Geschichte, aber das macht es nicht leichter dieses Ende auch tatsächlich zu lesen. Ich lese viel während ich pendel, aber die letzten Kapitel von “The Book Thief” konnte ich nicht in der Öffentlichkeit lesen, so sehr hing ich an den vielen Personen aus Liesels Nachbarschaft, so real waren sie für mich zum Schluss und so schwer war es für mich sie zu verlieren.

“The Book Thief” lebt nicht von unerwarteten Wendungen in der Geschichte, sondern von der Erzählweise, den Personen und den Beziehungen, die diese miteinander aufbauen. Auch stehen hier nicht materielle Entbehrungen und Engpässe im Vordergrund, es geht eher um emotinale Verluste, um die Angst Menschen zu verlieren, die man gelernt hat zu lieben. Und da Liesel selbst diese Personen erst im Lauf der Geschichte kennen lernt, hatte ich das Gefühl jeden dieser Schritte mit ihr gegangen zu sein. “The Book Thief” hat mich wirklich berührt, und ich kann mir nicht vorstellen, es jemals wieder zu vergessen.

Nagellack Blumen

Nagellack BlumenIch muss hier mal ein Geständnis machen: Ich finde Kitsch toll. Zumindest zum Herstellen, Anschauen und Verschenken. Und deshalb hier meine neuste Entdeckung: Blumen aus Silberdraht und Nagellack! (Außerdem kann man da auch mal den alten Nagellack verwenden, der seit Jahren nur rumsteht)

Was man dafür braucht:

Nagellack (der wird bei mir eh nie leer), ein bisschen Silberdraht, einen stabilen Stab (bei mir ists einer zum Feststecken für Haare, aber auch China-Essstäbchen oder dickere Stricknadeln sollten hier prima gehen) und irgendetwas, wohin man die Blumen zum Trocknen stecken kann.

Und wie geht das jetzt?

Der Silberdraht muss erst einmal zu ein paar Kreisen geformt werden, die werden später die Blütenblätter. Dafür wird der Silberdraht um das Stäbchen gewickelt. Damit sich die Kringel nicht wieder aufbiegen, hab ich den Draht nach jeder Umdrehung einmal mit dem “Stengel” der Blume verzwirbelt. Ich hoffe, auf den Bildern sieht man, was ich meine.

eine Drahtschlaufe

... und alle Drahtschlaufen

Dann werden die Drahtschlaufen vom Stäbchen abgezogen und zu einer Blume geformt. Ich hab bis jetzt nicht mehr als vier Blätter pro Blume gemacht, also vier Drahtschlaufen. Ich denke mit viel mehr wird das Lackieren schwer.

das Blumen-Drahtgeflecht

Wenn einem die Form gefällt, kommt der Nagellack ins Spiel. Den Pinsel gut eintunken und auf einer Seite recht viel vom Lack drauf lassen. Dann den Pinsel von unten an die Mitte eines Blattes ansetzen und langsam nach außen ziehen. Dabei müssen beide Blattseiten immer am Pinsel sein, es bidet sich eine Art Nagellackblase – wie wenn man Seifenblasen macht und den Plastikring in die Flüssigkeit taucht. Das kann ein bisschen fummelig sein und ein paar Anläufe brauchen, geht aber mit der Zeit immer besser.

ein Blatt ist schon fertig

So wird dann jedes Blatt angemalt. Die Blume zum Trocken irgendwo hin stecken (ich hab ein Schmuckkästchen mit Polster dazu hergenommen), warten und dabei aufpassen, dass kein zu großer Luftzug daran kommt, sonst platzt die Nagellackblase. Und schon sind die nächsten Dekoblumen fertig 🙂

zwei Blümchen beim Trocknen

[Bücher] Robert Louis Stevenson – Treasure Island

Arrr, ein echter Klassiker mal wieder. Das Buch wurde schon diverse Male verfilmt und es gibt einen Stapel Serien dazu. Kein Wunder, schließlich hat die Geschichte auch den Mythos “Pirat” geprägt.

Die Geschichte ist schnell zusammengefasst. Jim Hawkins ist der Sohn eines Gasthausbesitzers, und in diesem Gasthaus nistet sich irgendwann ein alter Seemann ein, der hauptsächlich singt, Rum trinkt und Geschichten erzählt. Der alte Seebär, dessen Name sich irgendwann als “Billy Bones” herausstellt und der zur Crew des legendären Piraten Kapitäns Flint gehörte, versteckt sich vor den anderen ehemaligen Crewmitgliedern, die ihn irgendwann natürlich doch aufspüren. Infolge der gewalttätigen Begegnung mit ihnen hat Billy Bones einen Schlaganfall und stirbt. Um die Kosten für seinen Aufenthalt zu bekommen, durchsuchen Jim und seine Mutter die Sachen des Hinterbliebenen und Jim nimmt ein geheimnisvolles Paket an sich. In diesem befinden sich Aufzeichnungen von Kapitän Flint und eine Karte, wo sich sein Schatz befindet. Der Schatz ist natürlich mit einem X markiert.

Zusammen mit Dr. Livesey (ein Gentleman und Magistrat) sowie ein paar weiteren vertrauenswürdigen Leuten wird ein Schiff gemietet, eine Crew angeheuert und die Schatzsuche kann beginnen. Die Reise verläuft natürlich alles andere als geplant, denn die Crewmitglieder von Flint haben ebenfalls Wind von der Sache bekommen. Und damit beginnt Jims großes Abenteuer!

“Treasure Island” ist eine wundervolle Piraten Geschichte, mir macht es immer wieder Spaß solche Bücher zu lesen – auch wenn die Charaktäre aus heutiger Sicht sehr klischeehaft wirken. Aber ich mag Piraten mit Holzbein und sprechenden Papageien halt einfach 🙂

[Nähen] Sommerjacke 1 – Schnittrecycling

In meinem Kleiderschrank sind ein paar Klamotten, die ich schon seit Jahren gerne anziehe und mir auch nicht wirklich vorstellen kann sie herzugeben. Nicht weil sie “in” sind oder besonders ausgefallen, sondern eher die schlichten Sachen, die zeitlos sind und bei denen mir der Schnitt an mir einfach gefällt. Ein solches Exemplar ist meine Lieblings-Sommerjacke aus einer Art braunem Jeansstoff. Die habe ich vor mindestens vier Jahren gekauft, es könnten aber vielleicht auch noch zwei oder drei mehr sein. Und dementsprechend sieht sie inzwischen aus. Der Stoff ist an vielen Stellen durchgerieben, sie ist ausgebleicht und teilweise lösen sich die Nähte auf. Geht irgendwie gar nicht mehr zum Anziehen. Außer vielleicht auf einem Festival, aber da trage ich lieber Bandpullis.

Vorder- und Rückseite der "Alten"

abgenutzte Arm-Manschette

Auf den ersten Blick sieht die Jacke ja vielleicht gar nicht so schlimm aus… aber bei genauem Hinsehen – urgs!

Da ich aber, wie schon gesagt, den Schnitt einfach mag und mir sowieso mal einen Jackenschnitt zulegen wollte, hab ich beschlossen die Jacke nicht einfach wegzuwerfen. Den Stoff kann ich wohl für nichts mehr hernehmen, also wird sie an den Nähten auseinandergeschnitten und dann kann ich den Schnitt abzeichnen. Und mir damit eine neue Sommerjacke nähen! Als Stoff hätte ich noch schwarzen Cord daheim, der könnte dafür reichen. Eine Anleitung dafür werd ich mir selbst ausdenken, hauptsächlich muss ich halt die Teile in der richtigen Reihenfolge aneinandersetzen und mir ein paar Details überlegen.

Da stellen sich schon einige Fragen, schließlich muss ich ja keine originalgetreue Kopie der Jacke machen. Die Flecken auf den Ellbogen will ich zum Beispiel auf jeden Fall weglassen, eine Applikation auf einem Ärmel hätte ich dafür schon gerne wieder. Mein Standardmotiv, auf das ich bei so etwas komme, sind immer Drachen, aber mal schauen ob ich dabei bleibe. Dann noch die Frage ob ich ein Futter verwende oder nicht. Vom Rock’n’Roll Dress hab ich noch ein paar Meter Futterstuff, der würde sicher gut aussehen. Aber ich bilde mir ja ein, dass ich die Jacke mit Kappnähten machen könnte, die sehen eigentlich so ordentlich aus, dass ich gar kein Futter bräuchte. Die Form der aufgesetzten Taschen würde ich auch gerne ändern, und die oberen Taschen werde ich vermutlich weglassen. Die habe ich sowieso nie verwendet. Dafür könnte ich vorne dann Passen machen. Oder besser, die Passen, die schon dran sind vergrößern. Und dann kommt natürlich noch die Frage aller Fragen: Was für ein Verschluss? Reißverschluss, Knöpfe, doppelte Knopfreihe, wenn Knöpfe, dann welche und wie große… Da habe ich überall noch keine endgültig Entscheidung getroffen.

Erst mal werde ich auf jeden Fall ein Probeteil nähen. Die Jacke soll nämlich ein paar Zentimeter kürzer werden, und das möchte ich auf jeden Fall erst mal ausprobieren bevor ich den Cord verschneide. Das war nämlich ein Reststück und wenn der nicht reicht, brauche ich komplett neuen Stoff 😉 Auf dem Probeteil werde ich auch die endgültige Größe der Passen markieren und mich vermutlich mit den Taschen festlegen. Auf dem kann ich ja problemlos rumzeichnen.

Bis jetzt habe ich die Jacke immerhin schon auseinandergenommen und mit ordentlich beschrifteten Zetteln ausgestattet. Zusätzlich hab ich noch auf einem Blatt Papier rumgekrietzelt was wo hingehört, aber im Zweifelsfall hab ich ja auch noch die Fotos. Da kann ich dann anhand der Schadensstellen schon feststellen, was mal wo war.

te Sommerjacke: Schnittteile

Bei den Teilen, wo ich einen rechten und linken Teil habe, die gleich sind, hab ich erstmal nur einen zerschnitten. Als nächstes muss ich die Teile auf Papier übertragen. Und mich für einen Verschluss entscheiden, der beeinflusst ja doch maßgeblich, wie ich die vordere Mitte gestalten muss.

Zwischendrin hab ich aber noch ein paar andere Projekte auf meiner Liste stehen, die zeitlich ein bisschen mehr drängen, die Jacke dauert also erstmal noch 😉

Schönen Feiertag wünscht euch die Hexe

Siehe auch: Sommerjacke 2 – Probeteil und Cord-Chaos
Sommerjacke 3 – Where Clockhands Freeze
Sommerjacke 4 – Diesmal mit mehr Plan

[Nähen] Aus kaputter Jeans werden Shorts

Meine Lieblingsjeans teilen alle das gleiche Schicksal: Nach übermäßigem Tragen reiben sie sich zwischen den Beinen auf und ich fange an sie zu flicken bis ich aufgeben muss.

Aufgeriebene Stellen am Schritt, mit rot ist die Mittelnaht von vorne nach hinten markiert

Heute ist mir endlich mal eingefallen, was ich mit den guten Stücken doch noch anfangen kann: Shorts draus machen! Das Prinzip ist eigentlich recht einfach: Die Beine werden abgeschnitten, der abgeriebene Mittelteil rausgeschnitten und mit Stoff von den abgeschnittenen Beinen ersetzt. Da ich Shorts grundsätzlich etwas weiter mag, werden in die Seitennähte noch zusätzliche Keile eingefügt (ebenfalls aus den abgeschnittenen Beinen) und Saum kann man dann beliebig machen – ich  hab ihn auch noch aus den Ex-Beinen gemacht. Und weil ich gerade so in Laune war, hab ich von der ganzen Aktion nen Stapel Fotos gemacht und beschlossen eine kleine Anleitung zu schreiben. Bitte erst mal komplett lesen, dann fällt die Planung leichter 🙂

Material

Nicht besonders viel. Eine alte Jeans, Garn und Mut zur Schere zu greifen reichen aus.

Anleitung

Zuerst mal müssen die Beine von der Jeans weg. Dabei sollte man sich schon einmal Gedanken darüber machen, wie später die Säume gemacht werden und natürlich wie lang die Shorts werden sollen. Ich wollte knielange Shorts haben, und hab sie auch ziemlich genau auf der benötigten Länge abgeschnitten, da ich ja später noch aus Rest-Beinstoff einen Saum drangesetzt habe. Wenn man die Beine später nur umfaltet muss man auf jeden Fall noch genug Länge daran lassen. Dafür müssen dann auch die Ersatzteile für den Schritt später entsprechend groß und lang werden.

Reperatur im Schritt

Wenn die Beine weg sind, kann man probehalber anzeichnen wo man den Schrittteil wegschneiden möchte. Wo ich das gemacht habe, ist auf dem Foto unten zu sehen. Die rot markierte Naht ist die Mittelnaht zwishen dem linken und rechten Hosenbein. Zur besseren Übersicht habe ich die auch schon oben markiert und die taucht auch noch ein paar mal öfter auf.

Der angezeichnete Teil wird weggeschnitten, rot markiert wieder die Mittelnaht

Die andere Schnittbegrenzung ist die innere Naht zwischen dem vorderen und hinteren Hosenbeinteilen. Am Besten die angezeichnete Hose dann nochmal anziehen und im Spiegel anschauen ob einem das so passt, gegebenenfalls ändern.

Dann muss man ein wenig Mut haben und dieses Teil auch ausschneiden. Aber da die Hose sowieso nicht mehr tragbar ist, kann man ja eh nichts schlimmer machen.

Und so sieht die Hose ohne den kaputten Teil aus

Jetzt sieht die Hose also erstmal ziemlich zerstört aus. Die Kappnaht habe ich übrigens später auch noch weggeschnitten, aber ich hatte mal mit dem Gedanken gespielt die aufzutrennen um nicht so viel Stoff zu verlieren. War mir dann aber zu  umständlich.

Als nächstes muss ein Ersatzteil erstellt werden. Praktischerweise hat man ja genau ein richtig geformtes Stoffstück zur Hand, das habe ich dann an der Mittelnaht nochmal auseinander geschnitten. Dadurch bekommt man diese beiden Teile:

Die beiden Hälften des weggeschnittenen Teils

Die kann man dann auf die abgeschnittenen Beine legen, abzeichnen und mit einer extra großen Portion Nahtzugabe neu ausschneiden. Die Nahtzugabe waren bei mir sicher 2 cm oder mehr, das wird auch gebraucht, da man ja an der Hose selbst keine extra Nahtzugabe mehr einplanen kann.

Die beiden neuen Teile werden auch zuerst an der Mittelnaht wieder zusammengenäht. Wie man das macht ist einem selbst überlassen, ich hab eine Kappnaht gemacht. Dafür hab ich die beiden Teile erst mal rechts auf rechts zusammen genäht, dann eine Nahtzugabe auf 1,5 cm gekürzt und die andere auf 0,5 cm. Dann wird die längere um 0,5 cm gefaltet, über die kürzere geleget und an der Faltkante festgesteppt. Es gibt auch noch andere Möglichkeiten Kappnähte zu machen, aber die sieht auf jeden Fall ordentlich aus. Dann ist das Ersatzteil für den Schritt auch schon fertig, es sollte die gleiche Form haben wie das vorher ausgeschnittene:

Und hier sind sie wieder zusammengefügt

Das wird dann wieder in die Hose eingefügt, festgenäht und die Nähte wieder beliebig versäubert. Und schon hat man eine anziehbare Hose 🙂

Das Ersatzteil wird an der richtigen Stelle festgesteckt und angenäht

Änderung der Beinweite

Für die muss man erst überlegen, ab wo die Weite geändert werden soll. Da mir die Hose ja oben super passt, hab ich sie angezogen und an der Seitennaht markiet, wo ich unter dem Schritt bin. Die Länge hab ich ausgemessen und auf der anderen Seitennaht auch aufgetragen.

An der Seitennaht abmessen wie weit sie geöffnet werden soll und anzeichnen

Wenn man die Beine nicht genau gleich lang abgeschnitten hat, sollte man natürlich klugerweise vom Hosenbund aus messen, nicht vom Beinende. Bei mir waren sie aber gleichlang.

Die Seitennaht hab ich dann tatsächlich aufgetrennt und nicht rausgeschnitten. Wenn das passiert ist, kann man die Hose auch wieder anziehen und vor dem Spiegel überlegen wie viel Weite man dazu geben möchte. Ich bin da auf 10 cm gekommen, so als Anhaltspunkt.

Aufgetrennte Seitennaht

Dann muss man nur ein Dreieck auf den Ex-Hosenbein-Stoff aufzeichnen, als Grundseite die zusätzliche Weite nehmen und als Höhe die aufgetrennte Länge. Die beiden Dreiecksseiten sind dann zwar minimal länger als diese aufgetrennte Länge, aber das ist so wenig, dass ich nicht weiter rechnen wollte.

Der Keil wird an den beiden langen Seiten an die Nahtzugabe der aufgetrennten Seitennähte genäht. Dabei muss man nur darauf aufpassen, dass einem die Spitze des Keils nicht im Weg ist. Von innen sieht das dann so aus:

Eingenähter Keil von innen...

… und von außen so:

... und von außen

Beinabschluss

Jetzt wird die Hose nochmal angezogen und wegen der Länge geschaut. Bei mir waren zum Beispiel die Schrittersatzteile ein bisschen zu kurz, die Keile dafür zu lang und durch die Änderungen sahen beide Beine generell in der Mitte ein wenig länger aus als außen. Also solange begradigen bis alles passt.

Wie ich schon erwähnt  hatte, kann man die Beine dann abschließen, wie man möchte. Man sollte nur darauf aufpassen, dass die ganzen enstandenen Nahtzugaben beim rechten und linken Bein jeweils in die gleiche Richtung schauen.

Ich hatte auf meinen abgeschnittenen Bein Stoffstücken noch genug Platz, um daraus Säume für beide Beine machen zu können. Dafür hab ich zwei lange Streifen ausgeschnitten, die zu einem langen Streifen zusammengenäht, längs mittig gefaltet und dann wie eine Art Schlauch unten an die Beine gehängt. Hier hab ich übrigens eine (furchtbar anzusehende 😉 ) Schemazeichnung gemacht, wie ich den Stoff der abgeschnittenen Beine aufgeteilt habe:

Stoffaufteilung am abgeschnittenen Hosenbein

Die blaue Linie ist der alte Hosenbeinabschluss, die gestrichelte Linie also die Schnittkante. Der schwarze Querstrich ist die Naht zwischen der Beinvorder-  und Rückseite. Oben sind in rot ein Schrittersatzteil und ein Keil für die Weite gezeichnet, den unteren Teil  hab ich längs in zwei Hälften geteilt für die neuen Beinabschlüsse.

Und damit ist man auch schon fertig, meine ersten Sommershorts sehen so aus:

Fertige Shorts!

Ich hab noch ein oder zwei alte Jeans rumliegen, die werde ich bei Gelegenheit auch mal umändern. Aber die sind alle blau und haben teilweise auch noch Waschungen, da muss ich ein bisschen genauer planen, damit das am Schluss noch gut aussieht. Die komplett schwarze Jeans war zum Ausprobieren besser geeignet, dafür hat man da wieder das Fotoproblem 😉

Ich hoffe die Anleitung hilft jemandem weiter oder inspiriert zumindest zu eigenen Änderungsideen. Generell kann man natürlich auch andersfarbige Keile einfügen, genauso bunte Beinsäume, Gummizüge in den Säumen, … ich überlege schon, ob ich eine Variante mache bei der ich an der Seite einen kompletten Streifen ausschneide, mit andersfarbigen Stoff ersetze und eine Schnürung darüber mache. Sieht sicher auch gut aus ^^

Ansonsten, wenn es Unklarheiten gibt einfach nachfragen ^^

Viel Spaß mit euren neuen, alten Lieblingsshorts wünscht euch die Hexe 🙂

[Backen] Zitronenkuchen

Bei mir in der Arbeit ist es üblich, dass jeder an seinem Geburtstag Kuchen für die versammelte Mannschaft mitnimmt. Nun waren aber genau an meinem Geburtstag mehrere Leute zufällig nicht da und wir haben uns darauf geeinigt, dass ich den Kuchen eine Woche später mitbringe. Dafür habe ich mich schon für den Namibischen Bananenkuchen entschieden. Weil ich aber gerne backe und an meinem Geburtstag mittags Kuchen wollte, hab ich am Vorabend noch schnell einen ganz einfachen Zitronenblechkuchen gemacht:

Zutaten für ein halbes Blech oder eine Auflaufform:

  • 175 g Butter
  • 175 g Zucker
  • 175 g Mehl
  • 3 Eier
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1 Pck. Vanillinzucker
  • 1/2 Pck. Backpulver
  • abgeriebene Schale einer Zitrone

Zubereitung:

Butter mit Zucker und Vanillinzucker schaumig rühren. Eier, Zitronensaft und die abgeriebene Schale dazu geben und gut verrühren. Das Mehl mit dem Backpulver mischen und portionsweise unterrühren.

Den Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Auflaufform geben (wer ein ganzes Backblech machen möchte, nimmt die doppelte Zutatenmenge) und im vorgeheizten Ofen bei 150° C Umluft 20 Minuten backen. Unbedingt die Stäbchenprobe machen, die Backzeit hängt sehr davon ab, wie hoch der Kuchen ist!

Zuckerguss:

Für die Auflaufform reicht hier der Saft der anderen Zitronenhälfte. Einfach solange Puderzucker dazugeben, bis die Konsistenz stimmt. Für ein ganzes Backblech wieder die doppelte Menge nehmen. Den Zuckerguss auf den noch lauwarmen Kuchen geben, alles auskühlen lassen, den Kuchen in Stücke schneiden und genießen.

Von meiner Mama hab ich übrigens Schokoladen Cupcakes bekommen. Die sahen so perfekt aus, da möchte ich euch die nicht vorenthalten:

Schokoladen Cupcakes

Man sieht, meine Liebe zum Backen ist nicht zufällig entstanden 😉